Landesverband Niederösterreich, Verband österreichischer Widerstandskämpfer und Opfer des Faschismus (KZ-Verband)

Kirchengasse 35
A-2273 Hohenau an der March
Tel.: ++43/650/9477943
albert.dlabaja@gmail.com

Willkommen auf der Homepage des KZ-Landesverbandes Niederösterreich!

Gegründet nach der Befreiung Österreichs 1945 als überparteilicher Zusammenschluss der WiderstandskämpferInnen und Opfer des Faschismus, vereint der “KZ-Verband / Verband der AntifaschistInnen” über seine Landesverbände heute die letzten noch lebenden WiderstandskämpferInnen, Opfer und deren Hinterbliebene sowie die jüngeren Generationen von AntifaschistInnen.

Der KZ-Verband/VdA ist aktiv in der Interessensvertretung der Opfer des Faschismus von 1933 bis 1945 laut Opferfürsorgegesetz (OFG), in der Gedenk- und Erinnerungsarbeit und im Kampf gegen Neofaschismus und Rechtsextremismus.

Bild könnte enthalten: Pflanze, im Freien und Natur    Ehrung der NS-Opfer auf dem Wiener Zentralfriedhof

    1. November, 15:00 Uhr

200 Stunden Zeitzeugen-interviews sind auf einer Website abrufbar!

 
Anlässlich des Gedenkjahres 2018 versammelt das online Archiv weiter_erzählen Video- und Audiointerviews mit Verfolgten des Nationalsozialismus, die einen Bezug zu Österreich haben. Diverse Institutionen und Privatpersonen haben diese Dokumente in den vergangenen Jahrzehnten produziert. _erinnern.at_ macht nun viele dieser Quellen erstmals in voller Länge, offen im Internet und erschlossen zugänglich. Darunter befinden sich mehrere Gespräche mit dem- oder derselben Zeitzeug*in aus verschiedenen Jahrzehnten. Die Interviews sind verschlagwortet, verschiedenen Themen und Orten zugeordnet und somit leicht durchsuchbar. Das seit wenigen Monaten im Aufbau befindliche Archiv wächst im Jahr 2019 weiter.

Widerständige Lieder - für zukünftige Präsentationen in Schulen und anderen Bildungsstätten

Am 26. November 2014 um 18.00 Uhr präsentierten Rudi BURDA & Albert DLABAJA ERSTmals in den Räumen des Wiener Verbands, 1020 Wien, Lassallestraße 40/2/2/6: „Lieder als ‚Zweitzeugen‘ des Widerstands“.

Mittlerweile sind es ungefähr 24 Veranstaltungen geworden, und das Interesse an dieser Veranstaltung ebbt zum Glück nicht ab!!

Lieder ermöglichen für die Generationen, die den Faschismus nicht erlebt haben, einen emotionalen Zugang zum Thema Widerstand. Notwendig ist dafür ein kritischer Blick auf deren Hintergründe und Entstehungsgeschichten. Präsentiert werden sowohl Lieder aus dem Widerstand als auch Lieder über seine Bedeutung für die heutige Zeit. Ergänzt werden sie durch Lesungen aus den Erinnerungen der Eltern, der Zeitzeugen.


Die Auswahl wurde vor allem für ZUKÜNFTIGE Präsentationen in Schulen und anderen Bildungsstätten zusammengestellt. Dauer: etwa eineinhalb Stunden, wir leiten Anfragen gerne weiter. Bitte unser Kontaktformular nutzen!!

Hadersdorf am kamp, Jänner 2018

Siehe auch Rückblick: www.kz-verband-noe.at/rueckblick/

 

APPELL VON MAILAND, 1. Juli 2018

Die Präsidenten, Vizepräsidenten und Generalsekretäre der Internationalen Komitees der Nazi Konzentrationslager haben sich - auf Initiative der Associazione Nationale Ex Deportati Nei Campi nazisti (ANED) - am 1. Juli 2018 in der Casa della Memoria in Mailand getroffen. Angesichts der aktuellen Bedrohungen gegen das Gedächtnis und gegen die Zukunft Europas und seiner MitbürgerInnen, veröffentlichen wir folgenden feierlichen Aufruf:

Wir sind die Träger des Gedächtnisses der Überlebenden der Naziverbrechen:

Dieses lebendige und schmerzvolles Gedenken macht aus uns die Sprecher für die abertausenden Männer und Frauen, die die Lager überlebt haben. Wir sind entweder Angehörige oder Nachkommen der Überlebenden bzw. normale BürgerInnen, die innerhalb ihrer verschiedenen Organisationen aktiv sind. Es liegt uns am Herzen die früheren KZ-Lager, die heute Erinnerungsorte geworden sind, zu schützen und sie vor dem Vergessen, der Banalisierung sowie der Zerstörung zu bewahren. Wir beziehen uns unter anderem auf den Entschluss des Europaparlaments vom 11. Februar 1993 betreffend den europäischen und internationalen Schutz für historische Denkmäler der Orte der Nazi Konzentrationslager. Die jüngsten Angriffe auf die historische Substanz in Mauthausen und Flossenbürg empören uns zutiefst.

Wir sind empört dass eine von der UNO am 21. November 2014 präsentierte Resolution "für den Kampf gegen eine Verherrlichung des Nazismus, des Neo-Nazismus und anderer Praktiken die die zeitgenössischen Formen des Rassismus, der Rassendiskriminierung, des Fremdenhasses und der ihr zugehörigen Intoleranz befeuern" nicht angekommen wurde, wegen 3 Nein-Stimmen und 55 Enthaltungen (unter ihnen die der europäischen Mitgliedsländern). Gegenüber aller nationalistischen und populistischen Versuche diese Orte der Barbarei sowie die Kämpfe und die Solidarität aus dem europäischen Gedächtnis verschwinden zu lassen, bleiben wir überaus wachsam. Die allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948 erinnert daran daß: „(...) die Nichtanerkennung und Verachtung der Menschenrechte zu Akten der Barbarei geführt haben, die das Gewissen der Menschheit mit Empörung erfüllen (...).“ Hunderttausende von Deportierten in die Nazilager sind die Opfer dieser Barbarei geworden.

Seit über siebzig Jahren sind die Überlebenden und ihre Nachkommen den Versprechen bei der Befreiung ihrer Lager treu geblieben. Unermüdlich haben sie sich für den Frieden und für die brüderliche Solidarität unter den Völkern eingesetzt.

Durch ihr Zeugnis haben sie gegen Rassismus, Antisemitismus und Fremdenhass und die Thesen der Rechstextremisten in Europa gekämpft. Auf die Ankunft von Flüchtlingen, die von Krieg und Hunger getrieben sind, ist die Antwort von verschiedenen europäischen Staaten nicht eine humanitäre Aufnahme sondern die Schliessung ihrer Grenzen. Das Mittelmeer ist zu einem riesigen Friedhof geworden wo die Hoffnungen von Tausenden von Männern, Frauen und Kindern ein Ende finden. Europa scheint sein Gedächtnis verloren zu haben: viele Europäer waren, vor und nach dem Krieg, selber Flüchtlinge. Sie haben manchmal Solidarität erfahren aber auch Diskriminierung und Zurückweisung. Europa muß die schrecklichen Lektionen seiner jüngsten Geschichte lernen und nicht die Augen vor seiner Verantwortung schließen: Welche Werte wollen wir den jungen Generationen vermitteln? Egoismus und die Angst vor dem Anderen dürfen die Werte des Humanismus, die im Herzen unserer gemeinsamen Geschichte und unserer Verpflichtungen stehen, nicht ersetzen.

Wir appellieren deshalb an die vom Volk gewählten Vertreter in den verschiedenen nationalen und europäischen Institutionen und bitten sie, sich bei der Suche nach adäquaten Antworten in der Flüchtlingsfrage vor allem vom Respekt vor der Menschenwürde eines jeden leiten zu lassen.

Erste Unterschriften:

• Associazione Nazionale Ex Deportati Nei Campi nazisti (ANED):
Dario Venegoni, Präsident presidente@aned.it
Aldo Pavia: Vize-Präsident aldo.pavia@inwind.it
• Comité International de BUCHENWALD-DORA:
Dominique Durand, Präsident: cibd@buchenwald-dora.fr
• Comité International de DACHAU:
Jean-Michel Thomas, Präsident jm-thomas@wanadoo.fr
Preben Dietrichson, Administrator preben.d@online.no
• Association des déportés et familles des disparus du camp de concentration
de FLOSSENBÜRG et Kommandos:
Michel Clisson, Président cm.clisson@wanadoo.fr
• Comité International de MAUTHAUSEN https://www.cim-info.org/
o Guy Dockendorf, Präsident guy.dockendorf@culture.lu
o Floriana Maris, Vize-Präsidentin floriana@studiomaris.com;
o Jean-Louis Roussel, Vize-Präsident jeanlouis.roussel@univ-rouen.fr
• Comité International de NATZWEILER-STRUTHOF:
Jean-Marie Muller, Präsident, cin-natzweiler-struthof@laposte.net;
Claes Reksten, Generalsekretär
• Amicale Internationale de NEUENGAMME:
Jean-Michel Gaussot, Président jmichelgaussot@yahoo.fr
Christine Eckel, Secrétaire générale, christineeckel@gmx.de
• Comité International de RAVENSBRÜCK:
Ambra Laurenzi, Präsidentin: laurenzi.irk@gmail.com;
Jeanine Bochat, Vize-Präsidentin: jeanine@bochat.eu

 

HADERSDORF - offener Brief an die Verantwortlichen, ein Interview mit Rudi Burda und Albert Dlabaja, Gesungen wurde das Hadersdorflied, im Rahmen einer SEndung von Radio Orange:

Link zur Sendung: cba.fro.at/342117

 

 

Am 5. Juli 2016 starb, im 95. Lebensjahr, die Widerstandskämpferin
Helene Neuhaus,

die viele Jahre als ehrenamtliche Mitarbeiterin des DÖW tätig war und die ins Dokumentationsarchiv kommenden Schulklassen mit ihren Erzählungen aus dem Widerstand faszinierte. Auch danach blieb sie eine gefragte Zeitzeugin und hat sich, gemeinsam mit Paul Vodicka, für die Errichtung eines Denkmals zur Erinnerung an die kampflose Befreiung Ottakrings im April 1945 engagiert.

Helene Neuhaus(Helli Neuhaus bei der Eröffnung des Denkmals "Sandleitendatenbank" in Wien-Ottakring am 21. Oktober 2015, Foto: Winfried R. Garscha)

Helli wurde am 22. Februar 1922 als siebentes und letztes Kind des Ottakringer Ehepaares Hubert und Stefanie Arent geboren; fünf ihrer Geschwister waren zum Zeitpunkt ihrer Geburt schon gestorben – Geld für einen Arzt gab es nicht. Der sozialdemokratische Vater und die tiefkatholische Mutter hatten vor allem eines gemeinsam: Die Abscheu vor Krieg und Gewalt. Die Berichte des Vaters über die Gräuel des Ersten Weltkriegs prägten Helli von Kindheit an und machten sie zur überzeugten Kriegsgegnerin. Helli lernte früh, ihren Willen durchzusetzen – und erreichte beispielsweise, dass ihre Mutter zustimmte, dass sie von der Klosterschule in eine normale Volksschule des Roten Wien wechseln und am Nachmittag den "Hort" besuchen durfte, wo die Kinder Völkerball spielen konnten. Außerdem gab es Kinonachmittage und wurden fortschrittliche Bücher vorgelesen, beispielsweise den Roman Kleiner Mann – was nun? von Hans Fallada.

Helli begann eine Lehre als Modistin. Zunächst bei den Roten Falken aktiv, schloss sie sich bereits 1936, als 14-Jährige, dem Kommunistischen Jugendverband in Ottakring an. Damals wurde sie auch zum ersten Mal von der Polizei verhaftet. Im Widerstand lernte sie ihren ersten Ehemann, Hans Kurzbauer, kennen. Mit 20 brachte sie ihr erstes Kind, Hans, zur Welt. Ab 1943 war sie – gemeinsam mit Franz und Friederika Burda – in der von Karl Hudomalj geleiteten überparteilichen Anti-Hitler-Bewegung Österreichs aktiv. Ab Mitte 1944 beteiligte sie sich in Ottakring am Wiederaufbau des in den Jahren zuvor von der Gestapo zerschlagenen Kommunistischen Jugendverbands Österreichs. Unter der Bezeichnung "KJV 1944" hatten der Sanitätsunteroffizier Heini Klein und einige weitere unentdeckt gebliebene Mitglieder des illegalen KJV begonnen, sich auf die zu erwartenden Kämpfe in der Endphase des NS-Regimes vorzubereiten, und schließlich eine Organisation mit rund 80 Mitgliedern geschaffen.

Als der Gruppe durch ihre Kontakte zur Widerstandsorganisation im Wehrkreiskommando XVII klar wurde, dass die Rote Armee Wien vom Westen her angreifen würde, begann sie mit jener Aktion, die NS-Propagandaminister Goebbels zu einer wütenden Eintragung in seinem Tagebuch veranlasste und die Wehrmachtsführung zur Einschätzung gelangen ließ, Teile der Wiener Bevölkerung hätten "die Haltung verloren". Heini Klein hatte – als angeblicher Wehrmachtskurier – einen gefälschten Befehl von Gauleiter Baldur von Schirach zur Kampfleitstelle auf der Sophienalpe gebracht. Darin wurde angeordnet, die Hauptkampflinie vom Wienerwald zum Gürtel zu verlegen. In der Zwischenzeit hatten einige Jugendliche, unter ihnen Helli, eine Spinnstoffsammlung der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt gegenüber dem Sandleitenkino aufgebrochen und daraus jene Zivilkleider entnommen, die sie den Soldaten und Mitgliedern des Volkssturms im Tausch gegen ihre Gewehre anboten. Helli berichtete, sie hätten den Männern gesagt: "Bei uns wird nicht gekämpft. Der Krieg ist aus, versteckt's euch in den Kellern."

Helli wirkte am Aufbau der Freien Österreichischen Jugend mit, wo sie den aus dem schwedischen Exil nach Österreich zurückgekehrten Walter Neuhaus kennenlernte, nachdem sie sich zuvor trotz der unsicheren Zukunft als Mutter eines dreijährigen Kindes von ihrem ersten Mann getrennt hatte. 1947 heirateten die beiden, 1948 wurde die Tochter Eva geboren. Helli machte eine Ausbildung zur Buchhalterin und Lohnverrechnerin, arbeitete zunächst für den Weltgewerkschaftsbund, dann in verschiedenen Firmen und schließlich, bis zu ihrer Pensionierung, bei der Garant Versicherung. Jahrzehntelang war sie auch gewerkschaftlich tätig und wurde in den Betriebsrat der Firmen, in denen sie arbeitete, gewählt. 1968 trat sie aus der Kommunistischen Partei aus, blieb aber Mitglied des KZ-Verbands; gleichzeitig wurde sie im Bund der Sozialdemokratischen FreiheitskämpferInnen aktiv.

Auf der "Sandleiten-Datenbank" auf dem Matteottiplatz in Ottakring, neben der von Helene Neuhaus mitinitiierten Gedenktafel für Heini Klein, kann man mittels Kopfhörer Hellis Schilderung der Ereignisse des 7. April 1945 anhören, die 2015 von "Wohnpartner Wien" für "Soho in Ottakring" aufgenommen wurde.

Würdigung für die Widerstandskämpferin Käthe Sasso

noe.orf.at/news/stories/2767566/

Am 22. Februar 1943 wurden Sophie und Hans Scholl aufgrund ihrer Tätigkeit in der Widerstandsgruppe "Weiße Rose" in München hingerichtet. Ihnen zu gedenken, heißt in der Gegenwart zu kämpfen!

RECHTSrutsch in Österreich: Warum es an der Zeit ist zu handeln

LINK: mosaik-blog.at/rechtsrutsch-in-oesterreich-warum-es-an-der-zeit-ist-zu-handeln/

Und dann, wenn ALLE Überlebenden tot sind...

Ein sehr wahrer, aber traurig stimmender Artikel des Journalisten Thomas TRENKLER zum stets aktuellen Thema "Gedenkstätte Aspang-Bahnhof":

kurier.at/meinung/kolumnen/trenklers-tratsch/und-dann-wenn-alle-ueberlebenden-tot-sind/175.765.953

   

    Unser aufrichtiges Mitgefühl gilt den Opfern und ihren Angehörigen in Paris, Istanbul & Jakarta. Die feigen             Attentate der letzten Zeit sind ein Angriff auf uns Alle. In dieser Situation fällt es jetzt natürlich leicht „den Islam“, die         Muslime“ zu verurteilen.

    Es fällt leicht die Grenzen zu schließen und Menschen auf der Flucht sich selbst zu überlassen. Es fällt auch leicht             dabei zu vergessen, dass viele Flüchtende genau vor diesen radikalen Islamisten fliehen, da sie auch in ihrer Heimat         von ihnen bedroht werden. In der aktuellen Situation fällt es leicht ein Feindbild, das in den letzten Jahren schon             aufgebaut wurde, noch zu verstärken.

Die Antwort auf diese Attentate ist aber nicht Abschottung und Ausgrenzung. Hier und jetzt ist Solidarität gefragt. Unabhängig vom Ort der Geburt oder einer Religion zu der man sich bekennt oder nicht, muss man jetzt gemeinsam solidarisch für eine aktive Friedenspolitik eintreten und gegen Rassismus und Intoleranz.

Wir müssen gemeinsam gegen den Terror stehen, gemeinsam gegen den Terror heißt aber auch den Schutzsuchenden Hilfe zu bieten und keine Ausgrenzung zu betreiben.

Solidarisch für den Frieden, nie wieder Krieg!

Frühjahr 2016

Gedenken an Jean "Schani" MARGULIES (1939 - 2015)

 

    Nachruf im Standard:

    derstandard.at/2000022979063/Gruenes-Wiener-Polit-Urgestein-Schani-Margulies-verstorben

    Nachruf der Freunde:

    www.youtube.com/watch?v=1garYoQsCVg

 

Die überall anerkannte Widerstandskämpferin Irma Schwager ist am 22. Juni im 95. Lebensjahr verstorben.

Eine erste politische Bewusstseinsbildung erfolgte in der Ära des Austrofaschismus, in der Irma Wieselberg als Schülerin die Restriktionen des autoritären Ständestaates zu spüren bekam. Als 18-Jährige musste sie nach dem „Anschluss“ wegen ihrer jüdischen Herkunft nach Belgien emigrieren, wo sie Verbindung zur KPÖ erhielt. Nach der Okkupation Belgiens durch die deutsche Wehrmacht floh sie nach Frankreich, wo sie im Lager Gurs interniert wurde. Hier trat sie 1940 der Parteigruppe der KPÖ bei. Nach ihrer Flucht aus dem Lager schloss sie sich der Résistance an. In Frankreich gab sie sich im Rahmen der TA (Travail allemand) als Elsässerin Susanne Berger aus und war in der „Mädelarbeit“ aktiv. Aufgabe dieser Frauen war es, deutsche Soldaten durch Gespräche und Agitationsmaterial von der Sinnlosigkeit und Ausweglosigkeit des Krieges zu überzeugen. „War es gelungen, ein gewisses Vertrauen aufzubauen – und zwar ohne Vertraulichkeiten –, konnte man mit vorsichtiger Nazi-Kritik anfangen. Später dann konnte man Flugblätter der Résistance zeigen. Sie auszuhändigen war extrem risikoreich“, sagte Schwager. Je acht Frauen bildeten eine Gruppe. Vier Mitglieder aus Schwagers Gruppe wurden verhaftet und ins Konzentrationslager gebracht, ein Mitglied wurde hingerichtet.

Im Jahr 1945 kehrte sie mit ihrem Mann Zalel Schwager (1908–1984), einem Spanienkämpfer, und ihrer im Krieg geborenen Tochter nach Wien zurück. Erst hier erfuhr sie, dass ihre Eltern und zwei ihrer drei Brüder aus Wien deportiert im Holocaust ermordet worden waren. Seit 1952 arbeitete sie in der zentralen Leitung des Bundes Demokratischer Frauen, dessen Vorsitzende sie 1972 wurde. In dieser Funktion war sie maßgeblich beteiligt am Kampf gegen Atomrüstung und Kalten Krieg, für die Reform des österreichischen Scheidungsrechts und gegen die Illegalisierung der Abtreibung. Ab 1954 war sie Mitglied des Zentralkomitees der KPÖ, von 1980 bis 1990 gehörte sie auch dem Politischen Büro der Partei an.

Irma Schwager war 1992–96 Präsidentin und ab 1996 Ehrenpräsidentin auf Lebenszeit der Gesellschaft Österreich-Vietnam. Während der US-Bombardements 1971 hatte sie Hanoi besucht und in Österreich eine Reihe von Solidaritätsaktionen für die Opfer des chemischen Krieges, in erster Linie missgebildete und behinderte Kinder, initiiert. Im Juli 2008 wurde sie von Staatspräsident während dessen Staatsbesuches in Österreich offiziell geehrt.

Am 35. Parteitag der KPÖ im Februar 2011 wurde Irma Schwager zur Ehrenvorsitzenden der Kommunistischen Partei Österreichs ernannt.

 

Aufgrund des groSSen Interesses:

Das "Hadersdorf-Lied", (Originaltext: Titel: Joe Hill, Text: Alfred Hayes, Musik: Earl Robinson) und NEU getextet von Rudi BURDA, interpretiert von Albert DLABAJA, als mp3-File für alle Interessenten!

Hadersdorf-Lied.mp3 (6828115)

 

Kontakt Formular

DAS ABZEICHEN DES KZ-VERBANDS:

Die Zahl über dem roten Dreieck "369" steht symbolisch für die Zeitspanne (in Wochen) zwischen der Annexion         Österreichs durch Nazideutschland (13. März 1938) und dem Beginn der Befreiung Österreichs (Überschreiten der ungarisch-österreichischen Grenze durch die Rote Armee bei Klostermarienberg im Burgenland am 28./29. März 1945).

Wunschkennzeichen werden entnazifiziert!

derstandard.at/2000009759290/Wunschkennzeichen-werden-entnazifiziert

 

Offenlegung lt. § 25 Mediengesetz:

Medieninhaber (Verleger), Herausgeber, Hersteller: Landesverband Niederösterreich österreichischer AntifaschistInnen, WiderstandskämpferInnen und Opfer des Faschismus (KZ-Verband Niederösterreich)